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Das Unternehmen als Schiff - eine Analogie

15.05.2018
von Karl-Heinz Dautz

Manchmal stehe ich so am Hafen und schaue auf das Geschehen welches sich mir bietet. Da fahren große Kreuzfahrer oder Containerriesen die nur mit Schlepperhilfe im Hafen navigieren können. Oder viele kleine Dienstleister, schnell und wendig als Fähren, Lotsen oder Schlepper. Aber ich sehe auch Traditionsschiffe die man gegen Eintritt besichtigen kann oder Boote die von den meist älteren Eignern nur noch am Wochenende zum Kaffeetrinken bei Sonnenschein genutzt werden.

Dabei kam mir schon oft der Gedanke wie ähnlich doch die Schifffahrt der Wirtschaft ist. Auf jedem Schiff gibt es eine strikte Organisation und strikte Abläufe, damit jeder immer weiß was er zu tun oder auch nicht zu tun hat. Sogar regelmäßig vorgeschriebene Übungen wie "Feuer im Schiff", "Maschinenausfall" oder "Mann über Bord" , um für solche und ähnliche Lagen vorbereitet zu sein. Dort gibt es einen Kapitän, einen ersten Offizier, einen Navigator, einen Smut oder Festmacher und viele andere Aufgaben. Manchmal holt man sich für schwierige Passagen einen Lotsen an Bord, der übrigens selber auch das Kapitänspatent haben muss.

Wenn eine Reise geplant wird, dann wird sie auf allen Stationen vorbereitet. Der Navigator prüft die verschiedenen Routenoptionen und holt den Wetterbericht ein. Der erste Offizier bereitet die Führungscrew vor und plant alle administrativen und juristischen Gegebenheiten. Der Smut kauft für die Reise die Verpflegung ein und andere wiederum bessern das Schiff aus oder reparieren hier und da. Die Maschinisten warten die Maschine und bunkern den Treibstoff. Ist der Ausguck im Mast-Top besetzt?

Kommt Ihnen manches in Ihrem Unternehmen bekannt vor? Auf was für einem Schiff sind Sie unterwegs? Ist Ihr Unternehmen eher ein Kreuzfahrer, ein Schlepper, ein Lotse oder arbeiten Sie auf einem Traditionsschiff? Ist Ihr Unternehmen das Schiff auf dem Sie nur noch zum Kaffeetrinken bei schönem Wetter verweilen oder das Traditionsschiff, auf dem Sie nur noch von Eintrittsgeldern leben?

Fahren Sie noch in neue und unbekannte Gewässer? Planen Sie Ihre Reisen in neue Sortimente und Märkte immer noch sorgfältig und im Team? Holen Sie sich bei Bedarf für unbekannte oder gefährliche Gewässer einen Lotsen an Bord? Sind alle Seekarten noch aktuell - auch Fahrrinnen und Seezeichen verändern sich oder verschwinden. Halten Sie genügend Ressourcen vor um das Schiff technisch und optisch in guten Zustand zu halten? Ist Ihr Schiff noch wendig genug für die neuen zu befahrenen Gewässer? Oder haben Sie durch zu viel Ballast an Bord zu viel Tiefgang und laufen Gefahr auf eine Untiefe zu fahren?

Üben Sie auch regelmäßig schwierige Situationen in Form von Risikomanagement oder haben Sie schon mal gefährliche Szenarien durchgespielt? Ihr Hauptprodukt oder Ihre Hauptdienstleistung wird nicht mehr nachgefragt, einer Ihrer wichtigsten Kollegen oder Mitarbeiter kann oder will nicht mehr im Team arbeiten? Ist Ihr Erster Offizier so gut ausgebildet, dass er das Schiff alleine sicher fahren könnte? Wie sieht es bei Ausfall des Smuts oder des Chef-Maschinisten aus? Haben Sie auch ein paar Seekadetten an Bord, von denen der eine oder andere mal wichtige Positionen ersetzen kann?

Auch Piraten sind in manchen Gebieten eine Gefahr! Kennen Sie die Gebiete und haben Sie sich gewappnet?

Wenn Sie nur noch im sicheren komfortablen Hafen liegen, haben Sie sich den Liegeplatz auch lange genug gesichert? Und wie heißt es so schön: "Ein Schiff ist im Hafen sicher - doch dafür wurde es nicht gebaut!" (J.A.Shedd)

Würde Ihr Schiff egal wo es im Hafen liegt oder auf welchen Meeren es unterwegs ist einen anständigen Sturm heil überstehen oder mit Mann und Maus untergehen?

Ich wünsche Ihnen immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und immer alle Mann an Bord!

(Artikel veröffentlicht in der TASPO 2018)


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